Warum hieß die Emscher Köttelbecke?

Die Emscher – ein Teil des Naturraums Ruhrgebiet

Von Diplo, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=12221371

Die ungefähr 83km lange Emscher als Nebenfluss des Rheins mit Abfluss in die Nordsee ist eine wesentliche Wasserader des Ruhrgebiets- mit einem ambivalenten Image und einer wechselvollen Geschichte.

Der Fluss entspringt südöstlich von Dortmund bei Holzwickede und fließt bei Dinslaken in den Rhein. Die Emscher litt zunächst stark unter der Industrialisierung und dem Bergbau im Ruhrgebiet sowie auch dem explosionsartigen Bevölkerungswachstum in der Region Ruhr. Mit dem Imagewandel des Ruhrgebiets kam es auch zu einer wesentlichen Verbesserung der Situation der Emscher – durch die umfangreichen Renaturierungen und der Verbesserung der ökologischen Situation haben sich Ökologie und Ästhetik des Flusses ebenfalls zum Positiven entwickelt.

Heute heißt der Fluss wieder Emscher – doch das war nicht immer so. Die Emscher wurde früher Köttelbecke genannt. Doch woher kommt diese Bezeichnung?

Warum wurde der Fluss Köttelbecke genannt?

Nicht nur der Emscher wurde im Ruhrgebiet der Namen Köttelbecke gegeben – auch andere, keine Fließgewässer wurden Köttelbecke genannt, die an der wichigen Abwasserentsorgung aus den Bereichen Industrie und Bergbau genutzt wurden.
Der Name Köttel bezeichnet in der ruhrdeutschen Sprache im weiteren Sinne Kot (so wird dann ein Hundehaufen zum Hundeköttel). Die Bezeichung Becke rührt aus dem Niederdeutschen her, in dem diese Bezeichung einen Bach meint.
Etymologisch wurden dann die beiden Worteteile Köttel und Becke zum Begriff Köttelbecke zusammengesetzt.

Uncharmante Namensgebung

Die Emscher als eine der wesentlichen Flüsse des Ruhrgebiets (wenn auch nicht Namensgeberin wie die Ruhr) war in den Hochzeiten des Bergbaus und der Schwerindustrie maßgeblich an der Entwässerung beteiligt. Da die Emscher durch die Stadtgebiete von Dortmund, Castrop-Rauxel, Recklinghausen, Herten, Herne, Gelsenkirchen, Essen, Bottrop, Oberhausen, Duisburg und Dinslaken fließt, hatte er eine wesentliche Funktion in der Entsorgung des Abwassers inne.

Eine unter der Erde verlaufende Entwässerung war aufgrund der häufigen Bergschäden problematisch, da es durch die nachhaltige Absenkung zur Beschädigung der unterirdischen Rohre gekommen wäre. Daher wurden Abwässer aus der Industrie mit reichlich Schadstoffen und auch einer Beimischung von Fäkalien aus der Kanalisation in den Fluss Emscher geleitet. Durch die starke, kloakenartige Verschmutzung mit Kot und Abwasser wurde der Fluss somit zum „Kotbach“, also Köttelbecke.

Schmutzige Emscher – heute sauberer denn je

Die Emscher als Köttelbecke war ein ökologisch problematischer Fluss – den durch die jahrhundertelange Einleitung von Abwasser entwickelte sich ein stinkendes, äußerst schmutziges und kloakenhaftes Fließgewässer, welches für eine erhebliche Geruchsbelästigung sorgte und dessen Wasser im Hautkontakt gesundheitsgefährdend war.

Durch sehr umfangreiche Renaturierungsmaßnahmen haben sich das Image und vor allem auch die Ökologie der Emscher erheblich und nachhaltig gebessert. Die langjährigen Bemühungen haben gefruchtet – der Fluss ist heute sauberer denn je. So konnte ein wesentlicher Naturraum – der Naturraum Emschertal- geschaffen werden.

Mit Weiterführung der umgangreichen ökologischen Maßnahmen ist daher auch eine weitere Verbesserung der Natursituation zu erwarten.

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