Warum stinkt die Emscher?

Der stinkende Fluss

Über 83 Kilometer ist der Gestank der Emscher von Unna, über Essen bis Dienstlaken bekannt. Doch auch außerhalb des Ruhrgebiets und Nordhrein Westfalens, ist der Fluss für seinen fauligen Duft in ganz Deutschland von trauriger Berühmtheit. Besonders Anwohner des Flusses, leiden unter dem Geruch. Sie beschreiben ihn als verschimmelt und modrig und klagen über Übelkeit, die sich nach dem Verlassen der eigenen vier Wände einschleicht. Im Vergleich zu den 1970er Jahren, hat sich der Gestank aber schon deutlich gebessert und das Bundesland verspricht, ihn bis 2021 vollkommen eliminiert zu haben.

Warum hat die Emscher so gestunken?

Gründe für den unangenehmen Geruch gibt es viele. Unangefochtene Hauptursache ist jedoch die offene Abwasserversorgung von gleich vier verschiedenen Klärwerken, die direkt am Ufer des Flusses errichtet wurden. Wegen fehlenden Alternativen dazu das Abwasser in die Emscher zu leiten, ensteht der Geruch nach faulen Eiern. Im Abwasser sind übelriechende Gase wie der Schwefelwasserstoff enthalten, die sich über die gesamte Länge der Emscher verteilen.

Ein weiterer Grund sind hohe Temperaturen im Sommer. Hitze und Sonneneinstrahlung lassen das Wasser in kleinen Mengen verdunsten, dabei wird der Gestank in die Luft freigegeben und lässt die Emscher noch intensiver müffeln. Insbesondere in Rekordsommern, klagen Anwohner über die fiese Geruchsbelästigung.

Mutter Natur hat ein optimales Mittel zur Symptombekämpfung des Gestanks: Den Regen. Vom Himmel fällt frisches Wasser in den Fluss, der das Abwasser immer mehr verdünnt und den Geruch so auf ein Minimum reduziert. Das Problem dabei liegt auf der Hand, es regnet manchmal wochenlang nicht. In Dürreperioden stellt das Abwasser der Kläranlagen zum Teil den größten Anteil des Wassers der Emscher, logischerweise sind die negativen Geruchsstoffe in diesem Fall in besonders konzentrierter Form im Fluss und verpesten mit ihrem Gestank seine Umgebung.

Klärwerke sind hochkomplexe Anlagen. Besonders in der Vergangenheit, ließ sich ein Unfall oder eine Reparatur an diesen nicht immer vermeiden. Doch das schlägt sich auf den Geruch der Emscher nieder. Wenn die Anlagen nicht auf voller Leistung laufen, wird das Wasser noch weniger gefiltert und der Gestank nimmt immer weiter zu.

Was ist passiert, dass sie heute nicht mehr so stinkt?

In den letzten Jahren und Jahrzehnten hat der Geruch immer weiter abgenommen. Es sieht beinahe so aus, als hätte das Klagen der Menschen bald ein Ende gefunden. Die Kläranlagen am Ufer der Emscher, wurden seit den 90er Jahren immer weiter modernisiert und können mittlerweile größtmögliche Reinigung am Abwasser vornehmen, bei denen viele Gerüche rausgefiltert werden.

Die größte Leistung an der Geruchsbekämpfung stellt aber ein neugebauter, unterirdischer Abwasserkanal dar. Mit ihm kann die Emscher in Teilen frei von Abwasser fließen, da dieses umgeleitet wird. Ab 2021, soll er über die gesamte Länge betriebsfähig sein und der Geruch der Emscher hat ein finales Ende.

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